Lesung zur Erhaltung des Kulturdenkmals „Räzebore“

 

Auf Einladung des Seniorenhelferteams der Ortsgemeinde Riesweiler und des Kulturvereins „Räzebore e. V.“ präsentierten sechs AutorInnen der Lesebühne „Schiefertafel“ am Sonntag, den 5. August 2018, an der Eremitage „Räzebore“ im Soonwald bei Riesweiler, in freier Natur, unter dem Motto: "Et is nitt äns wie's anner!" einen bunten Strauß von Gedichten, Geschichten und Liedern.  Teils in Mundart, die tatsächlich nicht eins wie das andere waren.

Herr Kraemer, Vorsitzender des Kulturvereins Räzebore e. V.  begrüßte die trotz hoher sommerlicher Temperaturen zahlreich erschienenen Gäste an diesem kühlen, schattigen Plätzchen im Soonwald  und betonte, dass die Spenden für diese Veranstaltung zur Erhaltung des Kulturdenkmals „Räzebore“ genutzt werden. Josef Peil eröffnete den Lesereigen und wies zuvor noch darauf hin, dass zum ersten Mal bei dieser Lesung die mit der von Fördermitteln des LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal neu erstandene Mikrofonanlage zum Einsatz kommt. Dann legte er los mit einer ganz „banalen“ Globus-Geschichte und bewies, dass Geschichten gewissermaßen „auf der Straße“ liegen und es wert sind, aufgeschrieben zu werden. Weiterhin las er Auszüge aus seinem in Hunsrücker Mundart übersetzten Büchlein „Der kleine Prinz“ und konnte mit seinen Lesebeiträgen die Gäste sofort in seinen Bann ziehen. Auch Gisela Kassel las, ebenfalls in Mundart, zunächst die eindrucksvolle, ernste Geschichte vom „Kreuz am Räzebore“, dann ging es weiter mit typisch Hunsrücker Humor gespickten Kurzgeschichten und Gedichten und sie hatte dabei die Lacher auf ihrer Seite. Eine zum Nachdenken anregende Geschichte wurde von Elisabeth Schmidt vorgetragen, in der die Verflechtung von Mobbing und Krankwerden sehr anschaulich und eindrucksvoll widergespiegelt wurde. Margret Drees las eine Geschichte, in der sich  in einem  noch im restaurierenden Bauzustand befindenden Fachwerkhaus so einige kuriose Dinge mit Mäuschen ereigneten, die die Karriere des Hausbesitzers und somit des Wohlergehens der Familie gefährden können, zumal der eingeladene Chef und seine Frau unmittelbar diese „Missstände“ erlebten. Aber: Ende gut, alles gut! Waltraud Schira´s skurrile Geschichte bot Überlegungen an, wie man als Unbeteiligte /r an einer Beerdigung trotzdem in den Genuss von Streuselkuchen und anderen Leckerbissen und edlen Getränke kommen kann. Und Helga Andrae präsentierte Liebesgefühle im Alter und gab per Gitarre und Gesang Ratschläge, wie man Männer erobern kann (oder nicht) und Hinweise, wie gut die Liebe auch im Alter tut.

Im Anschluss an die Lesung hatten die Veranstalter alle Anwesenden eingeladen zu Kaffee und selbstgebackenen leckeren Kuchen, und die vielen Gespräche, die nicht nur Lob für die AutorInnen   beinhalteten  sondern auch den Stolz der Riesweiler zum Ausdruck brachten, solch ein Kleinod wie der „Räzebore“ zu besitzen und zu seiner Erhaltung beizutragen.

Gerne lesen die Schiefertafler wieder am „Räzebore".

Zum Foto:

Fotograf: Rolf Kraemer