Eine Liebe

von Rosen erblüht

von Engeln bewacht

von Teufeln gespickt

mit ganz etwas Salz

durchrauscht da

von Weiden und Reben

von Felsen gestirnt

eingehüllt ganz

von der Zartheit des Gras

und des Schilfs

eine Liebe

durchglüht da

vom schnaubenden Atem

der Stiere

vom sanften Flug

da der Schwalben

vom glühenden Feuer

brennender Bienen

vom Honig der Stille

eine Liebe

die Schatten durchschritten

und auf die Asche gelegt

den goldenen Ring

der Vollendung

den Reif da der Nacht

der leuchtet und umschließt

hell da den Mond

eine Liebe

die in die Buchstaben

die Spitzen der Dornen,

Stacheln und Disteln gelegt

eine Liebe

die erwacht

aus dem Nebel

früh da am Morgen

wenn die Helle der Sonne

über den Fluß

sich da legt

lichtet das Tal

eine Liebe

die zittert

in Weidenkätzchen

und in Espenlaub

in Eschen

da schweigt

eine Liebe

die den Fluß

überquert

den Fluß der

Ängste und Sorgen

die brückenlos ankam

ein Ufer sich selbst

Insel und Klippe

eine Liebe die

durchschwommen

den Sog und die Strudel

und versandet da nicht

eine Liebe die

wacht in den Zellen

wo einsam

Gefangene sind

eine Liebe die

nicht leugnet

Bomben und Krieg

eine Liebe die

einsam nie ist

weil sie lebt

in den Schatten

der Vergessenen all

eine Liebe die

nie endet

weil Treue sie ist

keine Flucht da

wohin da, aber wenn

und auch wann

immer ganz jetzt

Traum, Utopie

Augenblick ganz

eine Liebe

die hell leuchtet

wie im Mai

da der Raps

eine Liebe die

nicht trennt

Seele und Haut

die atheistisch

demütig ist

ganz vor Gott

eine Liebe die

Widersprüche da lebt

und nicht tötet

in Begriffen

eine Liebe die

brandet und pulst

ebbt da nie ein

weißer Kiesel der Wellen

der nie da versandet

verflacht,

eine Liebe die

Feuer der Reben

Stille des Tals

Fels da des Stroms

keine Spiegel da braucht

weil sie alle Masken

da abgelegt

Sagen und Phrasen

Gesicht wurde ganz

Herz eines Du's

die im Ich nicht verharrt

in Sehnsucht nicht erstickt

die gibt und gewinnt

weil sie über sich selbst

nicht bestimmt

wer weiß

was die Liebe da ist

schallend die Liebe

lacht ihm nur

ins Gesicht

ein Blick nur

da reicht

und alle

Konzepte dahin

uferlos diese Liebe

Abgrund und Trauer

und die doch

wenn sie sich 

gefunden

strahlt heller

und stärker hervor

Atem ist Liebe

Leben, Bewußtsein

das die Nacht

und die Trauer

gewendet zum Licht

das den Tod

da entschärft

weil sie ihn

leugnet da nicht

eine Liebe die

tausend Sprachen

da spricht

weil sie eine

nur kennt

Nähe und Herz

 

15.5.2017

Friedrich G. Paff