Buntes Markttreiben rund um die Kurfürstliche Burg: Das Mittelalter zieht in Boppard ein

 

Mit einem Mittelaltermarkt an der Kurfürstlichen Burg in Boppard sollen am Wochenende, 10. und 11. Juni, die historischen Gemäuer mehr in den Fokus gerückt werden. Nach der jahrelangen Renovierung der Burg erstrahlt sie in neuem Glanz. Grund genug, die Gäste in eine fast vergessene Zeit zu entführen.

Seit ein paar Jahren ist die Agentur Lorraine Médiévale bemüht, einen Mittelaltermarkt in Boppard zu etablieren. Nach der Fertigstellung der Umfeldgestaltung der Kurfürstlichen Burg ist es nun soweit: Der Bereich rund um die Burg mit Ausnahme der Rheinallee wird in eine Szenerie aus dem 13. und 14. Jahrhundert verwandelt. Handwerker wie Fahnen- und Bannermaler, Kerzenzieher, Korbflechter, Lehmbauer, Wollspinner oder Zinngießer werden ihre Kunst vorführen und zu ihrem Handwerk die Fragen der Besucher beantworten.

Händler bieten ihre Waren feil und buhlen um die Silberlinge der Gäste. Silberschmuck, Bernstein, Gewandungen, Rüstungen, Schwerter, Parfüme, Räucherwerk, Damastmesser, Reiterbögen, handgefertigte Seifen, Steinfiguren nach historischen Vorlagen, Töpferwaren, Essige und Öle, Liköre und Honigwein, Lederwaren und vieles mehr stehen zur Auswahl.

Deftiges aus der Mittelalterküche

Auch im Mittelalter wurde deftig gegessen: Schwein am Spieß, Würste und Fleischfladen, Puten- und Gemüsespieße im Teigmantel, Brote, Schokokringel und belegte Teigfladen werden als kulinarische Genüsse angeboten. Nicht zu vergessen der Wanderpub, der viele verschiedene Sorten Bier, Met und Limonaden aus Kräutern und Zitrusfrüchten mit nach Boppard bringt. Rund um den Apfel geht es beim Malus domesticus. Wie der Name schon verrät, gibt es hier Säfte, Wein, Met, Liköre und Schnäpse aus dem Apfel.

Zu einem Markt gehört Musik. Die künstlerische Unterhaltung übernimmt die Gruppe Fremitus aus der Region Koblenz mit Dudelsack, Flöten und Trommeln. Neben Musik gibt es auch Anekdoten aus vergangener Zeit. Barde Amo aus Ulmen/Eifel wird auf seiner Laute Balladen aus verschiedenen Ländern vortragen. Gaukler Micha Mangiafuoco wird nicht nur Jonglage und Schabernack treiben. Er wird seinem Namen gerecht werden und Feuer fressen und wieder ausspucken.

Die Kinder, die mit ihren Eltern den Mittelaltermarkt besuchen, steht ein handgetriebenes Karussell bereit. Auch handwerklich können sich die Kinder betätigen. Beim Kerzenziehen, beim Lehmbauer, Zinngießer oder in der Töpferei können sie ihre kreativen Ideen in die Tat umsetzen.

Herold Carolan kündigt die einzelnen Aktionen an und wird mit den Honoratoren täglich den Markt eröffnen. Hierbei werden die Regularien verlesen, damit die Besucher und die Marktleute wissen, wie sie sich zu benehmen haben oder mit welchem Maß gemessen werden soll.

Wer setzt auf die richtige Maus?

Die Spannung wächst, wenn die Mittelaltermarktfreunde beim Mäuseroulette darauf setzen, in welches Haus die Maus läuft. Ergänzt wird das kulturelle Angebot durch die Lesebühne Schiefertafel. Margret Drees wird den Sonntagnachmittag im Museum mit Lesungen ergänzen.

Lohnen wird sich an diesem Wochenende auch ein Abstecher zum 300 Meter entfernten Römerkastell. Dort bauen verschiedene Lager ihre Zelte auf, zeigen die Lebensweisen auf Reisen und im Handwerk. Die sportlichen Besucher können ihr Geschick beim Bogenschießen ausprobieren.

Das Schönste des ersten Mittelaltermarktes in Boppard: Er ist eintrittsfrei und barrierefrei. Die Marktstände öffnen am Samstag von 12 bis 22 Uhr, Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Da der Aufbau des Marktes bereits am Freitag, 9. Juni, beginnt und der Abbau bis Montagmittag dauern wird, werden die jeweiligen Straßen um die Burg für den Verkehr gesperrt sein. Frühzeitig macht der Veranstalter darauf aufmerksam und bittet Anwohner und Anlieger um Verständnis.

 

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