IMMER IRGENDWO DAZWISCHEN

 

Hilarion Hartmann (Bell) und Helga Andrae (Bacharach) lasen, sangen und spielten im Bacharacher Rheintheater

Region (red). Die „Lesebühne Schiefertafel“ hat im Mittelrheintal mittlerweile mit einigen durchaus bemerkenswerten Präsentationen von Autoren aus den eigenen Reihen auf sich aufmerksam gemacht. Hatten bislang Gedichtvorträge und Lesungen von Kurzprosa im Mittelpunkt gestanden, so beschritten  am 2. Juni im Rheintheater die Autoren Hilarion Hartmann und Helga Andrae mit ihrem antithetischen Text „Irgendwo dazwischen“ Neuland, insbesondere bezüglich der Präsentationsform eines spielerischen Dialogs. Die in einem beständigen Dazwischen angesiedelte Dialektik von „Schwach und Sinn“, so hätte ein möglicher Untertitel lauten können, versammelte eine grell-bunte Mischung aus bekannten wie noch ungehörten Kalauern, Aphorismen, Zoten und politisch-moralistischen Merksätzen, die unernst ernst gemeint sind. Das alles in schöner dadaistischer Tradition eines neuzeitlichen „Stop Making Sense“. Aus Sprachspiel wird nur, wenn man Glück hat, tieferer Sinn, ganz zu schweigen von etwaig gar einem höheren. Aus der Absage an den Ernst wird nur dem, der zwanghaft bis verzweifelt nach Zusammenhang sucht, störender Unernst. Den meisten wird fröhliches Spiel daraus, Schwank – der nicht von ungefähr auf eine sehr lange Tradition zurückblickt. Lachen hat etwas Befreiendes; und gelacht wurde viel am Abend des 2. Juni im Bacharacher Rheintheater. Was will man mehr. Und mehr wollten die Autoren und Vortragenden wohl auch nicht.

Kleine lustige Zwischenspiele mit Gitarre, Kindertröte und diversen sonstigen Soundelementen seitens der beiden Autoren, denen man ein gehöriges kabarettistisches Talent (nicht nur wenn sie Sächsisch reden) bescheinigen kann, sorgten zusätzlich für Heiterkeit unter den Gästen im sehr gut besuchten Rheintheater.

 

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